Immunsystem stärken in Sauna

Sauna stärkt und härtet das Immunsystem

So ein Sauna-Gang entspannt nicht nur und bringt reine Haut. Wer regelmäßig in die Sauna geht, kann dadurch sein Immunsystem stärken. Denn Temperaturreize durch Sauna, Kneipp-Kuren oder auch Wechselduschen wirken sich positiv auf die Abwehrkräfte aus. Typische und lästige Infektionskrankheiten wie eine Erkältung werden seltener und man ist schneller wieder gesund. Empfehlenswert sind vor allem Sauna-Arten bei denen der Temperaturwechsel groß ist. Doch nicht für jeden ist Saunieren gut.

Immunsystem stärken in Sauna
Mann und Frau stärken ihr Immunsystem
79 Prozent von 23.300 Saunagängern gaben an frei oder fast frei von Erkältungen zu sein. (via Deutscher Sauna-Bund)

Mit jedem Saunagang trainieren Sie den Kreislauf, stärken das Herz und reinigen den Körper von Schlackenstoffen. Das haben bereits vor 2.000 Jahren die Finnen zu schätzen gewusst. Für sie galt bereits dann die Sauna als Raum für Entspannung und Muße. Heute gehen etwa 23 Millionen Deutsche regelmäßig in den „Schwitzraum“. Eine Million der Deutschen hat sogar eine hauseigene Sauna. Bei Sportlern hat die Sauna einen weiteren positiven Effekt: Der Muskelkater ist schneller wieder weg. Denn es erhöht sich der Stoffwechsel in den Muskeln. Rund 78 Prozent aller Deutschen soll die Sauna benutzen, um Erkältungen vorzubeugen.

Sauna-Arten: Sauna ist nicht gleich Sauna

Eine Sauna hat typischerweise eine Temperatur von 80 bis 105 Grad – gemessen etwa 100 cm über der obersten Bank. Dabei herrscht eine geringe Luftfeuchtigkeit. Es kommt durch den Zustand zur Förderung der Schweißverdunstung. Je höher man sich im Raum platziert, desto wärmer wird es (warme Luft steigt auf). Es haben sich im Laufe der Zeit verschiedene Sauna-Arten etabliert, die wir hier vorstellen möchten:

Sauna-Arten
  • Dampfbad: Beim Dampfbad herrscht eine leicht erhöhte Temperatur von 40 bis 45 Grad Celsius. Es wird Wasserdampf erzeugt und in den Raum geleitet – eine feuchte Angelegenheit.
  • Russisch-römisches Bad: Hier gibt es mehrere verbundene Räume (Heißluft- und Warmluftraum). Ein Dampfraum sorgt für den russischen Anteil (russische „Banja“). Abgekühlt oder aufgewärmt wird sich im Warm- und Kaltwasserbecken sowie den Duschen.
  • Feucht-Warmluft-Bad: Das Feucht-Warmluft-Bad haben zwei Ärzte entwickelt. Es herrschen zwischen 50 und 55 Grad Celsius. Im Gegensatz zu anderen Dampfbädern wird hier durch eine Frischluftzufuhr die Bildung von Nebeltropfen verhindert.
  • Türkisches Bad: Mehrere Räume in einem massiven Gebäude bilden das türkische Bad. Bei den Türken gibt es einen Heiß- und einen Warmluftraum. Beide sind auf 40 bzw. 50 Grad aufgeheizt. Abgekühlt wird sich in anderen Räumen wo sich auch kühles Wasser befindet.

Außer den hier vorgestellten Sauna-Typen gibt es noch folgende weitere: Maa-Sauna, Kristallsauna, Sanarium (Bio-Sauna), Tepidarium, Caldarium, Laconium und türkischer Hamam.

Was passiert mit dem Körper während des Saunagangs?

Wie auch beim Fieber steigt während des Saunagangs die Körpertemperatur um 1 bis 2 Grad Celsius an – bereits dann werden einige Bakterien attackiert. Unsere Haut wird sogar drei bis zehn Grad wärmer. Außerdem erweitern sich die Blutgefäße, so dass eine erhöhte Menge von Blut unserem Körper durchströmt. Außerdem produziert der Körper mehr Schweiß, um abzukühlen: 20 bis 30 Gramm sind pro Minute normal. Wer zwei Saunagänge macht, verschwitzt daher fast einen Liter.

+ Hitze macht glücklich

Während der Organismus durch die Hitze angeregt wird, werden im Gehirn vermehrt Glückshormone, sogenannte Endorphine, ausgeschüttet. Unser Körper und Geist fühlen sich spürbar erholt. Das liegt sicher aber auch an den Pausen zwischen den Saunagängen in denen wir Kraft sammeln.

Spass in Sauna
Erholen und Spaß haben in der Sauna

+ Körpereigenen Kräfte werden gestärkt

Wir atmen beim Saunagang heiße Luft ein. Dadurch werden unsere Schleimhäute besser durchblutet. Die Folge: Eine Steigerung der Sekretabsonderung. In genau diesen Sekreten befinden sich Abwehrstoffe gegen Krankheitserreger. Einer der Gründe, weshalb Saunieren gut für das Immunsystem ist. Außerdem steigt im Blut die Zahl der Bakterien und Viren eliminierenden Zellen an. Immunzellen gelangen schneller in feine Schleimhautgefäße. Laborversuche zeigen, dass die Anzahl bestimmter Immunzellen gesteigert wird.

+ Positiv für das Herz

Unser Kreislauf und das Herz profitieren von regelmäßigen Saunagängen. Denn die Arterien werden geweitet, unser Herz dadurch besser mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt.

+ Körper wird entschlackt

Eine natürliche Reaktion des Körpers ist es bei Flüssigkeitsverlust Wasser im Gewebe anzureichern. Zwischen den Fettzellen angereicherte Schlackenstoffe werden zusammen mit Milchsäure aus den Muskeln ins Blut abgegeben. Wir scheiden die Schlackenstoffe dann über den Urin ab. Tipp: Trinken Sie direkt nach dem Saunagang Wasser, um den Prozess zu fördern.

+ Abhärtung wegen Kalt-/Warm-Wechsel

Wetterumschwünge machen Personen, die regelmäßig die Sauna besuchen, weniger aus. Es ist nachgewiesen, dass Schwitzkuren unsere Wärmeregulationssystem trainieren. Unsere Muskeln gewöhnen sich daran und sind bei einem Temperaturwechsel nicht mehr so anfällig. Auf die Bronchien wirkt sich Saunieren positiv aus, weil sie das Fassungsvermögen der Lunge erhöht. Wir können tiefer und besser durchatmen. Bemerkbar macht sich das nach etwa 6 Monaten regelmäßigem Saunieren und hält sie im Winter fit.

Sauna – so geht’s richtig!

optimale Position Sauna
Das ist die optimale Position in der Sauna (liegend)
13 Tipps für den richtigen Saunagang
  1. Gehen Sie ein Mal pro Woche für 2 Gänge in die Sauna. Nie mehr als 3 Gänge machen!
  2. Keine Sauna direkt nach dem Sport! Warten Sie bis sich der Puls normalisiert hat (ca. 30 Minuten).
  3. Gerade durchgefroren? Dann wärmen Sie den Körper zuerst allmählich auf und gehen Sie dann erst in die Sauna.
  4. Vor dem Saunieren erst duschen – fair anderen gegenüber (Hygiene).
  5. Trocknen Sie sich gut ab. Wer nass in die Saune geht, verzögert das Schwitzen nur unnötig!
  6. Die optimale Körperhaltung ist im Liegen auf dem Rücken. Dann befindet sich der gesamte Körper in einem Temperaturbereich. Auch möglich: Im Sitzen mit angezogenen Beinen. Gehen Sie zwei Minuten vor Ende in die Sitzposition (tiefer setzen) und lassen Sie Ihre Beine baumeln.
  7. Erster Gang: 8 bis 12 Minuten. Zweiter Gang: maximal 15 Minuten. Besser ist es intensiv und kurz als lange und leicht zu schwitzen.
  8. Ein Aufguss sorgt für einen Anstieg des Wassergehalts in der Luft auf 50 Prozent. Das sorgt für einen zusätzlichen Hitzereiz. Aufgüsse erst am Ende des Saunagangs und nie gleich, wenn Sie die Sauna betreten!
  9. Zum Abkühlen an die frische Luft gehen und sich bewegen. Nie so lange bis sie frieren. Gehen Sie hinein und Duschen Sie kalt. Beginnen sie dabei an vom Herz entfernten Stellen (Füße).
  10. Nach dem Abkühlen machen Sie ruhig ein warmes Fußbad. Das erweitert die Blutgefäße und lässt Wärme aus dem Körperinneren abtransportieren.
  11. Ruhen Sie sich 15 Minuten aus.
  12. Um richtig zu entschlacken erst nach dem letzten Saunagang Wasser trinken.
  13. Nach dem letzten Saunagang nur mit Wasser abduschen und kein Duschgel benutzen. Diese würde zur Austrocknung führen: Die Haut ist auch so nach dem Saunieren sauber! Cremen Sie die Haut gut ein.

Schlechtes Verhalten beim Saunabesuch

Vorsicht
  • Kein Alkohol vor/während der Sauna!
  • Keine Sauna mit ansteckender Infektionskrankheit!
  • Kein Saunieren mit Hunger oder Übersättigung!
  • Kein Training in der Sauna!
  • Kein Dauerschwitzen – nicht länger als 15 Minuten!
  • kein „Schweiß Schaben“
  • Kein heißes Duschen (nachher)
  • Kein Blitzguss!
  • Kein Abkühlen bis zum Frösteln (erhöhtes Erkältungsrisiko)!
  • Kein Abseifen nach der Sauna!

Wer sollte auf die Sauna verzichten?

Auch wenn die Sauna viele positive Effekte mit sich bringt, sie ist nicht für jedermann geeignet. Zur Not sollte immer ein Arzt zu Rate gezogen werden. Bei folgenden Befunden sollte darauf verzichtet werden:

  • bei akuten Asthmaproblemen
  • bei schweren Venenleiden und Krampfadern
  • bei Rheuma nur während entzündungsfreier Intervalle in die Sauna
  • bei grippalem Infekt erst wenn die Symptome abgeklungen sind
  • bei Bluthochdrock in Ordnung (allerdings dann auf Kaltwasserbecken verzichten)
  • bei akuten Nierenerkrankungen
  • bei Herzschwäche
  • bei Hautentzündungen

Wenn einige Regeln befolgt werden, kann der Saunabesuch nicht nur erholend (Stress abbauen) sein, sondern auch das Immunsystem stärken.

Studien rund um Sauna und dessen Auswirkungen auf das Immunsystem

  • Forscher der Universität Wien wiesen im Jahr 1990 25 Probanden an regelmäßig (6 Monate) die Sauna zu besuchen. Ergebnis: Sie waren seltener krank als eine Kontrollgruppe. Dauer und Schwere der Infektionen waren allerdings gleich.
  • Eine Studie der Charité (Universität in Berlin) belegt, dass SANARIUM-Baden die immunbiologischen Reaktionen am Gefäßsystem stimuliert. Saunagänge beugen Grippeinfektionen effektiv vor, weil sie sich positiv auf den Stoffwechsel auswirken.

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